Chronik der Familie Schretzmayer - Kalender

Kommerzialrat Schretzmayer vor ElternhausBuchstäblich aus dem Nichts hat Leopold Schretzmayer im Jahre 1949 die Firma „Werbungsmittlung Leopold Schretzmayer“ als Familienbetrieb in einem gemieteten Raum von kaum 12 m2 und einem Startkapital von ATS 10.000,- gegründet.

Als Leopold Schretzmayer im Jahre 1946 nach acht Militärjahren aus englischer Kriegsgefangenschaft in seine Heimatgemeinde Spillern zurückkehrte, begann auch für ihn die Stunde Null. Not, Entbehrungen waren die ständigen Begleiter des Heimkehrers, der sich vorerst einmal eine Chance zum Überleben suchen mußte. Als Schriftsetzer setzte Leopold Schretzmayer dort fort, wo er vor acht Jahren aufgehört hatte. Er ging jenen Weg, der zum österreichischen Wiederaufbauwunder führte. „Mehr wollen ,mehr arbeiten, mehr erreichen“ war seine Devise.

Windsbraut Am Ende des Gründungsjahres, in dem Leopold Schretzmayer zu seinen Kunden auf einem Fahrrad unterwegs war, konnte er einen Umsatz von ATS 24.850,- erreichen. Im März 1956 wurde der Firma die Konzession für den Druck von Kalendern erteilt. Nach zehn Jahren hat sich der Umsatz verhundertfacht. Er betrug ATS 2.831.996,-.

Mit unvorstellbarem, persönlichen Einsatz, dank hervorragender und auch in kritischen Situationen treuer Mitarbeiter, ging der Aufstieg des Unternehmens unaufhaltsam weiter. Bereits 20 Jahre nach der Firmengründung überstieg der Umsatz die 14-Millionen-Schilling-Grenze.

1969 wurde mit der Umstellung des Organisationsbereiches sowie des Druckwesens vom Buchdruckverfahren zur Offset - Technologie begonnen. Die Gesamtumstellung in allen Bereichen konnte bis 1979 abgeschlossen werden.

Firma Schretzmayer 1961Die ersten Exporte von Schretzmayer Kalendern erfolgten im Jahre 1969 nach USA. 1970 verdoppelte sich der Export Umsatz und es wurden Kalender in Europa nach Belgien, Deutschland, Holland, Dänemark und weitere europäische Länder geliefert. Im Jahre 1973 exportierte die Firma erstmals Kalender nach England und der Export in dieses Land zählte zu den größten Absatzmärkten.

Zum 25jährigen Jubiläum im Jahre 1974 veröffentlichte das Unternehmen stolz: „Der Umsatz des ersten Produktionsjahres wurde im Jubiläumsjahr vertausendfacht“.

Firma Schretzmayer 1974„Diese Erfolge des Unternehmens wären ohne den Einsatz der Mitarbeiter, der sich sehr oft in beeindruckenden persönlichen Engagements zeigt, nicht möglich,“ stellt Komm. Rat Leopold Schretzmayer nach 25jähriger unternehmerischer Tätigkeit fest. Dass diese Feststellung kein Lippenbekenntnis war, beweist die Tatsache, dass anlässlich des 25jährigen Firmenjubiläums für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Jubiläumsgabe ein Betrag von insgesamt ATS 796.204,- zur Auszahlung gelangte. Außerdem wurde eine Gruppenversicherung für 56 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer zehnjährigen Laufzeit abgeschlossen. Bis zum Jahre 1979 wurden hierfür ATS 1.291.464,- an Prämien bezahlt.

Der ständige Ausbau in technischer und qualitativer Hinsicht hat der Kalender Produktion in Spillern einen hervorragenden Ruf eingebracht und den Betrieb zum führenden Unternehmen in Österreich sowie - vom Ausland anerkannt - zum Qualitätslieferanten bei Kalendern in Europa werden lassen. Die Zuerkennung des AWMM Kalenderpreises 1978 von der Arbeitsgemeinschaft für Werbung, Markt- und Meinungsforschung der Europäischen Gemeinschaften in Buchs/Luxemburg gibt davon Zeugnis.

Mit dem von Herrn Bundespräsidenten im Jahre 1978 verliehenen Berufstitel Kommerzialrat an Firmengründer und -inhaber Leopold Schretzmayer wurden die beispielgebenden Leistungen des Unternehmens auch von staatlicher Seite anerkannt.

Ehegatten Schretzmayer privatEine weitere hohe Auszeichnung hat das Unternehmen 1980, im Jubiläumsjahr der Gemeinde Spillern erhalten. Die Firma Schretzmayer - Kalender wurde in den illustren Kreis jener aufgenommen, die berechtigt sind, das Staatswappen der Republik Österreich zu führen.

„Durch noch mehr Einsatz werden wir uns daher dieser Auszeichnung würdig erweisen.“ Mit diesem für ihn so typischen Satz führte Komm. Rat Schretzmayer das Unternehmen bis in die achtziger Jahre.

Herr Komm. Rat Schretzmayer trat seinen wohlverdienten Ruhestand, im Alter von 74 Jahren an und meint rückblickend, „Die Gründung meiner Firma ohne beträchtliches Kapital war sehr mühselig und ging auf Kosten meines Privatlebens. Die Firma erreichte 1990 ihren Höhepunkt, mit einem Jahresumsatz von über 50 Millionen Schilling. Der Name Schretzmayer-Kalender war im In- und Ausland zu einem Qualitätsbegriff geworden. Um den Mitarbeitern meinen Dank abzustatten, habe ich exklusive Weihnachtsfeiern, mit einem Büfett vom 3 Hauben Koch Plachutta, veranstaltet, zu denen auch die Pensionisten von Spillern eingeladen waren. Für die Unterhaltung sorgten die 3 Spitzbuben.

Ich bin in Spillern geboren, war 30 Jahre im Gemeinderat tätig und bin bis heute eng mit der Gemeinde verbunden.“

Komm. Rat Schretzmayer stiftete u. a. alle 6 künstlerisch gestalteten Glasfenster, der neu erbauten Aufbahrungshalle in Spillern.


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